Football Begriffserklärung: "Overtime"
In aller Kürze:
Steht es nach 60 Minuten unentschieden, geht es in die Overtime. Die Regeln unterscheiden sich zwischen Regular Season und Playoffs.
Overtime: Die Verlängerung im American Football
Steht es nach der regulären Spielzeit (vier Viertel zu je 15 Minuten) unentschieden, geht es in die Overtime. Zunächst entscheidet ein Münzwurf (Coin Toss), wer den Ball zuerst bekommt.
Regular Season Overtime
Es wird eine Periode von 10 Minuten gespielt. Erzielt das Team, das zuerst den Ball hat, direkt einen Touchdown, ist das Spiel sofort vorbei. Erzielt es nur ein Field Goal, bekommt der Gegner noch einmal den Ball und die Chance, auszugleichen oder mit einem Touchdown zu gewinnen. Schafft das erste Team gar keine Punkte, reicht dem Gegner jeder Score zum Sieg. Steht es nach 10 Minuten immer noch remis, endet das Spiel tatsächlich unentschieden. Das passiert in der NFL ein- bis zweimal pro Saison und sorgt jedes Mal für Irritation bei europäischen Fans, die ein Unentschieden aus dem Fußball kennen.
Playoff Overtime (seit 2022)
In den Playoffs muss es einen Sieger geben. Seit 2022 gilt eine neue Regel: Beide Teams bekommen garantiert mindestens einmal den Ball, selbst wenn das erste Team einen Touchdown erzielt. Erst danach greift "Sudden Death": Der nächste Punkt gewinnt. Diese Änderung war eine direkte Reaktion auf das legendäre Divisional-Playoff-Spiel 2022 zwischen den Buffalo Bills und den Kansas City Chiefs, in dem Josh Allen den Ball in der Overtime nie zu sehen bekam, weil Kansas City direkt mit einem Touchdown gewann.
Warum nicht einfach weiterspielen?
Die NFL begrenzt die Overtime aus Gesundheitsgründen. Football ist körperlich extrem belastend, und eine unbegrenzte Verlängerung würde das Verletzungsrisiko drastisch erhöhen. In der Regular Season wiegt ein Unentschieden weniger schwer als eine Spielerverletzung durch Erschöpfung.
