Spieltagsrückblick Woche 10
Das internationale Spiel in München, ein Herzschlagfinale beim Titelverteidiger und deutliche Siege für die Favoriten. Der zehnte Spieltag bot spektakuläre Momente. Hier ist der Rückblick.
New York Giants @ Carolina Panthers 17:20 (OT)
Die NFL zu Gast in Deutschland! In der Allianz Arena in München lieferten sich die Giants und die Panthers einen echten Krimi, der erst in der Verlängerung entschieden wurde. Bryce Young behielt die Nerven und führte sein Team in der Overtime übers Feld, ehe Eddy Piñeiro das entscheidende Field Goal durch die Stangen jagte. Die Stimmung im Stadion war phänomenal, auch wenn das spielerische Niveau beider Teams überschaubar blieb.
Für die Giants ist die Niederlage auf internationalem Boden besonders bitter. Daniel Jones leistete sich in der Red Zone zwei folgenschwere Fehler, die mögliche Punkte kosteten. Die Fans in München sahen zwar wenige Touchdowns, dafür aber Spannung bis zur letzten Sekunde.
Cincinnati Bengals @ Baltimore Ravens 34:35
Das Thursday Night Game war ein absolutes Feuerwerk und vielleicht das beste Offensiv-Spiel der bisherigen Saison. Lamar Jackson und Joe Burrow lieferten sich einen Schlagabtausch, bei dem die Defensivreihen fast nur Zuschauer waren. Jackson warf vier Touchdowns und lief selbst für spektakuläre Yards, während Burrow mit Ja'Marr Chase die Ravens-Secondary immer wieder alt aussehen ließ.
Die Entscheidung fiel durch eine verpasste Two-Point-Conversion der Bengals in der letzten Minute. Anstatt auf den Ausgleich per Kick zu gehen, wollte Cincinnati den Sieg erzwingen, scheiterte aber an der Ravens-D-Line. Ein bitteres Ende für die Bengals, die trotz grandioser Leistung mit leeren Händen dastanden.
Detroit Lions @ Houston Texans 26:23
Jared Goff gegen C.J. Stroud im Sunday Night Football – und die Lions bewiesen unglaubliche Moral. Zur Halbzeit lag Detroit noch deutlich zurück, da Stroud die Texans-Offense fast perfekt dirigierte und die Lions Defense überrumpelte. Doch in der zweiten Hälfte drehte sich das Blatt komplett.
Die Defense der Lions erzwang insgesamt fünf Interceptions in diesem Spiel, was die Wende brachte. Jake Bates schoss die Lions mit einem Field Goal in letzter Sekunde zum Sieg und unterstrich den Status von Detroit als Top-Contender in der NFC.
Denver Broncos @ Kansas City Chiefs 14:16
Beinahe wäre die perfekte Saison der Chiefs hier zu Ende gegangen. Die Broncos lieferten dem Divisions-Rivalen einen erbitterten Kampf und führten bis kurz vor Schluss. Die Defense von Denver setzte Patrick Mahomes so stark unter Druck wie kaum ein anderes Team zuvor und ließ nur einen einzigen Touchdown zu.
Am Ende war es aber das Special Team der Chiefs, das den Unterschied machte. Ein Field Goal Versuch der Broncos zum möglichen Sieg wurde in letzter Sekunde geblockt. Kansas City bleibt damit ungeschlagen, musste für diesen Sieg im Arrowhead Stadium aber alles geben.
Pittsburgh Steelers @ Washington Commanders 28:27
Ein echter Charakter-Sieg für die Steelers. Gegen die Überraschungsmannschaft aus Washington geriet Pittsburgh früh in Rückstand, ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Russell Wilson fand George Pickens für einen spektakulären Touchdown, der das Momentum drehte. Die Defense der Steelers biss sich in der zweiten Hälfte fest und ließ Jayden Daniels kaum noch Raum zur Entfaltung.
Washington zeigte, dass sie mit den Top-Teams mithalten können, zahlte am Ende aber Lehrgeld in Sachen Erfahrung. Ein Fumble kurz vor der Endzone kostete die Commanders den möglichen Siegtreffer.
Buffalo Bills @ Indianapolis Colts 30:20
Josh Allen und die Bills erledigten ihre Hausaufgaben souverän. Gegen eine phasenweise überforderte Colts-Defense dominierte Buffalo das Spiel über den Boden und durch die Luft. Allen leistete sich keine Turnover und führte die Offense methodisch über das Feld.
Die Colts, angeführt vom Veteranen Joe Flacco, kamen zwar im dritten Viertel noch einmal heran, doch eine Interception beendete alle Hoffnungen auf ein Comeback. Buffalo bleibt damit erster Verfolger der Chiefs in der AFC.
Minnesota Vikings @ Jacksonville Jaguars 12:7
Kein Leckerbissen für Offensiv-Liebhaber. In einem zähen Spiel dominierten die Verteidigungsreihen. Sam Darnold hatte einen schweren Tag und warf drei Interceptions, doch die Jaguars konnten daraus kein Kapital schlagen. Die Vikings Defense rettete ihrem Team den Sieg, indem sie Jacksonville komplett abmeldete und keine Punkte der Offense zuließ.
Der einzige Touchdown der Jaguars resultierte aus einem Punt Return. Dass Minnesota dieses Spiel trotz der vielen Fehler gewann, spricht für die Qualität ihrer Defense unter Coordinator Brian Flores.
San Francisco 49ers @ Tampa Bay Buccaneers 23:20
Christian McCaffrey ist zurück und wie! In seinem ersten Spiel nach längerer Pause war er sofort wieder der Dreh- und Angelpunkt der 49ers-Offense. Mit über 100 Scrimmage Yards und einem Touchdown trug er sein Team zum Sieg in Florida.
Baker Mayfield und die Bucs hielten lange gut mit, verpassten aber kurz vor Schluss ein Field Goal zum Ausgleich. Ein wichtiger Arbeitssieg für San Francisco, um in der NFC West Boden gutzumachen.
Atlanta Falcons @ New Orleans Saints 17:20
Überraschung im Division-Duell! Die Saints, die zuletzt eine Niederlagenserie hinnehmen mussten, zeigten unter ihrem Interimscoach eine völlig neue Körpersprache. Die Defense setzte Kirk Cousins permanent unter Druck und verhinderte das gefürchtete Passspiel der Falcons fast komplett.
Offensiv reichte den Saints eine solide Leistung von Derek Carr und ein starkes Laufspiel von Alvin Kamara. Dieser Sieg ist zwar für die Tabelle kaum noch relevant, aber Balsam für die Seele der Fans in New Orleans.
New England Patriots @ Chicago Bears 19:3
Die Patriots Defense entwickelt sich zum Albtraum für gegnerische Quarterbacks. Rookie Caleb Williams fand absolut kein Mittel gegen das komplexe Schema von Jerod Mayo und wurde insgesamt neunmal gesackt. Die Bears erzielten keinen einzigen Touchdown vor heimischem Publikum.
Auf der anderen Seite spielte Drake Maye zwar unspektakulär, aber fehlerfrei. Er nutzte die guten Feldpositionen, die ihm seine Defense schenkte, und verwaltete den Vorsprung souverän. New England meldet sich mit diesem Sieg endgültig im Playoff-Rennen an.
Tennessee Titans @ Los Angeles Chargers 17:27
Justin Herbert spielte effizient und präzise, während die Chargers-Defense Will Levis das Leben schwer machte. Die Chargers kontrollierten die Line of Scrimmage auf beiden Seiten des Balls. Besonders das Laufspiel funktionierte bei Los Angeles hervorragend und nahm viel Zeit von der Uhr.
Die Titans zeigten zwar kämpferischen Einsatz, waren spielerisch aber limitiert. Zu viele Strafen in entscheidenden Situationen verhinderten, dass Tennessee das Spiel enger gestalten konnte.
Philadelphia Eagles @ Dallas Cowboys 34:6
Ein Debakel für "America's Team". Die Eagles demütigten den Rivalen im eigenen Stadion. Jalen Hurts sezierte die Cowboys-Defense nach Belieben, während Saquon Barkley durch riesige Lücken in der Defensive Line lief. Schon zur Halbzeit verließen die ersten Fans das AT&T Stadium.
Bei Dallas herrscht Alarmstufe Rot. Dak Prescott wurde früh ausgewechselt, nachdem das Spiel entschieden war, und Cooper Rush konnte das Ergebnis auch nicht mehr beschönigen. Die Eagles untermauern damit ihren Anspruch auf den Division-Titel eindrucksvoll.
New York Jets @ Arizona Cardinals 6:31
Die Talfahrt der Jets geht weiter. In der Wüste von Arizona gab es für Aaron Rodgers und Co. nichts zu holen. Kyler Murray spielte groß auf und warf drei Touchdowns, während die Cardinals-Defense Rodgers ständig unter Druck setzte und zu frustrierten Gesten zwang.
Die Körpersprache bei den Jets wirkte resigniert. Offensiv gelang fast gar nichts, und defensiv ließen sie sich viel zu einfach ausspielen. Die Playoffs rücken für New York in weite Ferne.
Miami Dolphins @ Los Angeles Rams 23:15
Im Monday Night Football zeigten die Dolphins, dass ihre Defense unterschätzt wird. Sie hielten die explosive Rams-Offense weitgehend in Schach und ließen Matthew Stafford nie in seinen Rhythmus kommen. Tyreek Hill sorgte mit einem langen Touchdown für das Highlight des Abends.
Die Rams versuchten im vierten Viertel noch ein Comeback, scheiterten aber an der eigenen Ineffizienz in der Red Zone, wo sie sich dreimal mit Field Goals begnügen mussten, anstatt Touchdowns zu erzielen.
