Spieltagsrückblick Woche 11
Woche 11 lieferte das „Spiel des Jahres“ in Buffalo, eine defensive Abnutzungsschlacht in Pittsburgh und klare Statements im Playoff-Rennen. Der Rückblick.
Washington Commanders @ Philadelphia Eagles 18:26
Zum Auftakt am Donnerstagabend festigten die Eagles ihre Vormachtstellung in der NFC East. Saquon Barkley war der Mann des Abends und lief für zwei Touchdowns gegen eine Commanders-Defense, die im vierten Viertel sichtlich müde wurde. Jalen Hurts spielte unspektakulär, aber effizient und vermied Fehler.
Die Commanders, angeführt von Jayden Daniels, hielten lange gut mit, scheiterten aber mehrfach in der Red Zone und mussten sich mit Field Goals begnügen. Gegen eine Top-Mannschaft wie Philadelphia reicht das nicht. Der Hype um Washington hat einen kleinen Dämpfer erhalten, aber sie bleiben gefährlich.
Green Bay Packers @ Chicago Bears 20:19
Ein Klassiker, der seinem Namen alle Ehre machte. Die Bears sahen bis zur letzten Sekunde wie der sichere Sieger aus, nachdem Caleb Williams sein Team souverän in Field-Goal-Reichweite gebracht hatte. Doch der Special Teams Unit der Packers gelang der entscheidende Block beim finalen Kick der Bears.
Zuvor hatte Jordan Love die Packers immer wieder mit präzisen Pässen im Spiel gehalten, obwohl die Offensive Line große Probleme mit dem Pass Rush der Bears hatte. Ein glücklicher, aber moralisch enorm wichtiger Sieg für Green Bay im ältesten Duell der NFL-Geschichte.
Jacksonville Jaguars @ Detroit Lions 6:52
Eine absolute Machtdemonstration der Lions und ein Tiefpunkt für Jacksonville. Detroit zerlegte die Jaguars in alle Einzelteile. Jared Goff spielte ein perfektes Spiel, und die Lions scorten bei jedem einzelnen Ballbesitz in den ersten drei Vierteln. Es wirkte phasenweise wie ein Trainingsspiel für die Offense von Ben Johnson.
Bei den Jaguars funktionierte nichts. Trevor Lawrence stand unter dauerhaftem Beschuss und wurde zur Halbzeit geschont. Nach dieser Klatsche dürften in Jacksonville die Diskussionen um den Trainerstab wieder deutlich lauter werden.
Las Vegas Raiders @ Miami Dolphins 19:34
Die Dolphins fanden zu ihrer explosiven Form zurück. Tua Tagovailoa nutzte die Schwächen in der Raiders-Secondary gnadenlos aus und bediente Tyreek Hill und Jaylen Waddle für lange Touchdowns. Wenn Miami so ins Rollen kommt, sind sie kaum zu verteidigen.
Die Raiders kämpften tapfer, aber ihre Offense ist schlicht zu limitiert, um in einem Shootout mitzuhalten. Brock Bowers war erneut der einzige Lichtblick im Passspiel, aber ein Tight End alleine kann gegen die Geschwindigkeit der Dolphins nicht gewinnen.
Los Angeles Rams @ New England Patriots 22:28
Die Patriots setzten ihren erstaunlichen Lauf fort und bewiesen, dass sie auch gegen erfahrene Teams bestehen können. Drake Maye lieferte sich ein starkes Duell mit Veteran Matthew Stafford und behielt in den entscheidenden Momenten die Ruhe. Ein Touchdown-Pass auf DeMario Douglas kurz vor Schluss brachte die Entscheidung.
Die Rams litten unter einer schwachen Performance ihrer Offensive Line, die Stafford zu oft ungeschützt ließ. Trotz eines starken Spiels von Puka Nacua reichte es am Ende nicht für den Sieg an der Ostküste.
Cleveland Browns @ New Orleans Saints 14:35
Taysom Hill Show im Superdome! Der "Schweizer Taschenmesser"-Spieler der Saints erzielte drei Touchdowns (zwei erlaufen, einen gefangen) und war für die Browns-Defense ein unlösbares Rätsel. Die Saints spielten befreit auf und nutzten jeden Fehler der Gäste aus.
Cleveland erlebte einen Rückfall in alte Muster. Jameis Winston, der gegen sein altes Team startete, warf drei Interceptions und brachte sein Team damit früh auf die Verliererstraße. Die Saison der Browns bleibt eine Achterbahnfahrt.
Baltimore Ravens @ Pittsburgh Steelers 16:18
Typischer AFC North Football: hart, dreckig und defensiv geprägt. Die Steelers Defense ließ Lamar Jackson keinen Raum zum Atmen und verhinderte Big Plays fast komplett. Chris Boswell war der Held des Tages für Pittsburgh und verwandelte sechs Field Goals – die Offense musste die Endzone gar nicht erreichen.
Die Ravens haderten mit ihrer Disziplin und leisteten sich zu viele Strafen in kritischen Momenten. Dass sie trotz null zugelassener Touchdowns das Spiel verloren, zeigt, wie brutal effektiv die Steelers-Strategie, Spiele eng zu halten, funktionieren kann.
Minnesota Vikings @ Tennessee Titans 23:13
Ein Pflichtsieg für die Vikings, der aber lange auf der Kippe stand. Sam Darnold (in Vertretung für den angeschlagenen Starter) machte einen soliden Job und fand Justin Jefferson für zwei wichtige Scores. Die Defense der Vikings dominierte die zweite Halbzeit und ließ keine Punkte mehr zu.
Die Titans zeigten gute Ansätze im Laufspiel, brachen aber im Passspiel völlig ein, sobald sie in Rückstand gerieten. Will Levis unterliefen unter Druck zu viele Fehler, die Minnesota dankend annahm.
Indianapolis Colts @ New York Jets 28:27
Ein wildes Spiel im MetLife Stadium. Anthony Richardson führte die Colts mit einem beeindruckenden Two-Minute-Drill zum Sieg. Sein eigener Lauf in die Endzone bei noch 30 Sekunden auf der Uhr schockte die Jets-Fans. Richardson zeigte hier sein ganzes Potenzial als Dual-Threat Quarterback.
Die Jets hatten das Spiel eigentlich im Griff, versäumten es aber, den Sack zuzumachen. Die Defense wirkte im entscheidenden Drive seltsam passiv und ließ sich von den Colts überrumpeln.
Atlanta Falcons @ Denver Broncos 6:38
Die Broncos sind "for real". Gegen eine eigentlich starke Falcons-Offense ließ die Defense von Denver absolut nichts zu. Bo Nix spielte fast fehlerfrei und verteilte die Bälle klug, während das Laufspiel der Broncos die Uhr und den Gegner dominierte.
Kirk Cousins erlebte einen Albtraum in der dünnen Höhenluft von Denver. Vier Sacks und zwei Interceptions sprechen eine deutliche Sprache. Die Falcons fanden nie ein Mittel gegen den aggressiven Blitz der Broncos.
Seattle Seahawks @ San Francisco 49ers 20:17
Ein Upset in der NFC West! Geno Smith führte die Seahawks mit einem späten Drive zum Sieg in Santa Clara. Ein 13-Yard Touchdown-Lauf des Quarterbacks kurz vor Schluss drehte das Spiel. Die Seahawks-Defense hielt Christian McCaffrey überraschend gut in Schach.
Die 49ers wirkten frustriert und unkonzentriert. Nick Bosa fiel im dritten Viertel verletzt aus, was den Pass Rush sichtlich schwächte. Eine bittere Heimniederlage im Kampf um die Division-Krone.
Kansas City Chiefs @ Buffalo Bills 24:30
Das Spiel der Woche hielt, was es versprach. Josh Allen gegen Patrick Mahomes ist das prägende Duell dieser Ära. Diesmal hatten die Bills die Nase vorn. Allen entschied das Spiel mit einem spektakulären 26-Yard Touchdown-Lauf im vierten Viertel selbst und unterstrich seine MVP-Ambitionen.
Die Chiefs verloren damit ihre weiße Weste und die erste Niederlage der Saison. Mahomes führte sein Team zwar noch einmal heran, doch die Bills-Defense hielt beim letzten Drive stand und fing einen Pass in der Endzone ab. Ein Statement-Sieg für Buffalo.
Cincinnati Bengals @ Los Angeles Chargers 27:34
Im Sunday Night Football lieferten sich Joe Burrow und Justin Herbert einen Schlagabtausch. Die Chargers bewiesen, dass sie unter Jim Harbaugh eine neue Härte entwickelt haben. Das Laufspiel funktionierte prächtig und öffnete Räume für Herberts tiefen Pässe.
Die Bengals starteten eine furiose Aufholjagd in der zweiten Hälfte, scheiterten aber an der eigenen Defense, die den letzten Drive der Chargers nicht stoppen konnte. Ja'Marr Chase hatte ein Monster-Spiel mit drei Touchdowns, was am Ende aber nicht reichte.
Houston Texans @ Dallas Cowboys 34:10
Das "Battle of Texas" im Monday Night Football war eine klare Angelegenheit für Houston. C.J. Stroud zeigte Dak Prescott die Grenzen auf. Die Texans-Defense erzwang zwei Fumbles, einer davon wurde direkt zum Touchdown zurückgetragen.
Im AT&T Stadium wurde es im vierten Viertel still. Die Cowboys wirkten leblos und fanden kein Mittel gegen die aggressive Spielweise des kleinen Bruders aus Houston. Jerry Jones verließ seine Loge noch vor dem Abpfiff mit finsterer Miene.
