Spieltagsrückblick Woche 12
Die Woche 12 lieferte Playoff-Atmosphäre im November, einen Shootout in Los Angeles und dominante Vorstellungen der Favoriten. Hier ist der Rückblick zum Spieltag.
Pittsburgh Steelers @ Cleveland Browns 24:19
Im Thursday Night Football startete die Woche mit einem klassischen AFC North Battle im Schnee von Cleveland. Die Steelers verließen sich dabei voll auf ihre physische Defense und das Laufspiel. Najee Harris erzielte zwei Touchdowns und zermürbte die Defensive Line der Browns in der zweiten Halbzeit regelrecht.
Die Browns hatten zwar durch ein starkes Passspiel im dritten Viertel noch einmal Hoffnung geschöpft, doch T.J. Watt beendete die Comeback-Träume mit einem Strip-Sack kurz vor Ende des Spiels. Ein typischer Arbeitssieg für Pittsburgh, der sie im Rennen um die Division hält.
San Francisco 49ers @ Green Bay Packers 17:20
In einem vorgezogenen Playoff-Duell im Lambeau Field behielten die Packers die Oberhand. Die Defense beider Teams dominierte über weite Strecken das Geschehen. Brock Purdy tat sich schwer gegen den Pass Rush der Packers und musste den Ball oft früher loswerden als geplant, was den Rhythmus der 49ers empfindlich störte.
Den Unterschied machte am Ende Kicker Brayden Narveson, der bei auslaufender Uhr ein Field Goal aus 48 Yards durch die Pfosten jagte. Jordan Love hatte sein Team zuvor mit einem präzisen Drive in Position gebracht und bewies einmal mehr seine Clutch-Qualitäten.
Detroit Lions @ Indianapolis Colts 45:21
Die Detroit Lions überrollten die Colts mit einer offensiven Machtdemonstration. Jared Goff verteilte den Ball nach Belieben an seine Playmaker, und das Laufduo Gibbs/Montgomery war für die Defense der Colts schlichtweg nicht zu stoppen. Schon zur Halbzeit war das Spiel beim Stand von 28:7 praktisch entschieden.
Indianapolis fand defensiv keine Antworten und wirkte phasenweise überfordert mit der Geschwindigkeit der Lions-Offense. Anthony Richardson konnte zwar einige Highlights mit seinen Beinen setzen, musste aber auch viel Lehrgeld in Form von Sacks zahlen.
New England Patriots @ Miami Dolphins 28:24
Die Patriots setzten ihren Siegeszug fort, mussten in Miami aber bis zur letzten Sekunde zittern. Drake Maye zeigte sich unbeeindruckt von der feindseligen Kulisse und warf drei Touchdown-Pässe. Die Offense der Patriots wirkt aktuell so stabil wie seit der Brady-Ära nicht mehr.
Miami hielt das Spiel mit explosiven Plays von Tyreek Hill lange offen. Im letzten Drive der Dolphins hielt die Secondary der Patriots jedoch stand und wehrte vier Versuche in die Endzone ab. Damit festigt New England seine Position an der Spitze der AFC East.
Denver Broncos @ Las Vegas Raiders 24:16
Die Broncos bleiben das heißeste Team der Stunde und bauten ihre Siegesserie in Las Vegas aus. Die Defense von Denver erstickte das Laufspiel der Raiders im Keim und zwang die Gastgeber, das Spiel rein über den Pass gewinnen zu wollen – was gründlich misslang. Pat Surtain II gelang dabei eine entscheidende Interception.
Offensiv machten die Broncos keine Fehler. Bo Nix verwaltete das Spiel klug und nutzte die kurzen Felder, die ihm seine Defense servierte, konsequent für Punkte. Denver etabliert sich damit endgültig als ernsthafter Playoff-Kandidat.
Tampa Bay Buccaneers @ New York Giants 30:7
Ein gebrauchter Tag für die Giants vor heimischem Publikum. Baker Mayfield und die Bucs zerlegten die New Yorker Defense nach Belieben. Mike Evans fing zwei Touchdowns und knackte nebenbei erneut die 1.000-Yard-Marke für die Saison. Die Dominanz der Bucs war zu keinem Zeitpunkt gefährdet.
Die Giants-Offense fand absolut keinen Rhythmus und wurde von der aggressiven Front Seven der Bucs permanent unter Druck gesetzt. Daniel Jones verbrachte mehr Zeit auf dem Boden als in der Pocket, was zu insgesamt sechs Sacks führte.
Kansas City Chiefs @ Carolina Panthers 33:10
Keine Chance für den Außenseiter aus Charlotte. Die Chiefs spielten ihre ganze Routine aus und ließen den Panthers nicht den Hauch einer Chance. Patrick Mahomes schonte sich im vierten Viertel bereits an der Seitenlinie, nachdem Isiah Pacheco das Spiel mit drei Rushing Touchdowns vorentschieden hatte.
Die junge Defense der Panthers zahlte gegen das komplexe Scheme von Andy Reid viel Lehrgeld. Immer wieder fanden Kelce und Worthy große Lücken in der Zone Coverage. Ein Pflichtsieg für den Titelverteidiger.
Tennessee Titans @ Houston Texans 13:27
Die Texans revanchierten sich für die Niederlage im Hinspiel und dominierten das Geschehen im NRG Stadium. C.J. Stroud spielte fehlerfrei und fand immer wieder Nico Collins für wichtige First Downs. Die Balance zwischen Lauf und Pass war bei Houston der Schlüssel zum Erfolg.
Will Levis und die Titans-Offense wirkten ideenlos und konnten den Ball kaum bewegen. Die starke Defensive Line der Texans kontrollierte die Line of Scrimmage und ließ Derrick Henrys Nachfolger im Backfield der Titans kaum Raum zur Entfaltung.
Dallas Cowboys @ Washington Commanders 34:17
Die Cowboys setzten im Division-Duell ein klares Statement. Dak Prescott und CeeDee Lamb harmonierten blind, und die Commanders-Secondary hatte dem nichts entgegenzusetzen. Besonders bei Third Down waren die Cowboys gnadenlos effizient.
Washington konnte das hohe Tempo der Cowboys-Offense nur im ersten Viertel mitgehen. Jayden Daniels zeigte zwar sein Talent, wurde aber von der Cowboys-Defense permanent gejagt und zu Fehlern gezwungen, die das Spiel früh in Richtung Dallas kippen ließen.
Minnesota Vikings @ Chicago Bears 20:23
Ein bitterer Nachmittag für die Vikings im Soldier Field. In einem engen Spiel, das von den Defensivreihen geprägt war, hatten die Bears am Ende das glücklichere Ende für sich. Caleb Williams führte sein Team im vierten Viertel zu einem späten Touchdown-Drive, der das Spiel drehte.
Minnesota hatte kurz vor Schluss noch die Chance auf den Ausgleich, doch ein Fumble beendete alle Hoffnungen. Die Niederlage ist ein Rückschlag für die Vikings im engen Rennen um die Wildcard-Plätze der NFC.
Arizona Cardinals @ Seattle Seahawks 21:19
Kyler Murray zauberte in Seattle und führte die Cardinals zu einem knappen Auswärtssieg. Mit seiner Mobilität entkam er immer wieder dem Pass Rush der Seahawks und verlängerte Spielzüge, die eigentlich schon tot aussahen. Marvin Harrison Jr. fing den entscheidenden Touchdown im dritten Viertel.
Die Seahawks hatten mit dem letzten Ballbesitz die Chance auf den Sieg, doch das Field Goal aus 52 Yards segelte knapp links vorbei. Ein wichtiger Sieg für Arizona, um den Anschluss in der NFC West zu halten.
Philadelphia Eagles @ Los Angeles Rams 37:20
Im Sunday Night Football zeigten die Eagles ihre wohl beste Saisonleistung. Jalen Hurts war an insgesamt vier Touchdowns beteiligt (zwei Pass, zwei Lauf) und die Offense wirkte unstoppable. Saquon Barkley steuerte über 150 Scrimmage Yards bei und war für die Rams-Defense nicht zu greifen.
Die Rams konnten offensiv zwar phasenweise mithalten, leisteten sich aber in der Red Zone zwei teure Turnover, die Philadelphia eiskalt bestrafte. Matthew Stafford versuchte alles, musste sich aber der physischen Überlegenheit der Eagles beugen.
Baltimore Ravens @ Los Angeles Chargers 35:38
Das Monday Night Game war das absolute Highlight der Woche – der "Harbaugh Bowl" enttäuschte niemanden. In einem offenen Schlagabtausch schenkten sich beide Teams nichts. Justin Herbert und Lamar Jackson lieferten sich ein Quarterback-Duell für die Geschichtsbücher.
Die Entscheidung fiel erst in den letzten Sekunden, als die Chargers mit einem mutigen Play-Action-Pass den siegbringenden Touchdown erzielten, anstatt auf das sichere Field Goal für die Overtime zu gehen. Jim Harbaugh behielt damit im Bruderduell gegen John die Oberhand in einem Spiel, das eigentlich keinen Verlierer verdient hatte.
