ENDZONE: Double Check gefällig?

Green Bay fumbelte sich ins NFL-Playoff, während Dallas auch ohne Romo seiner Linie treu blieb. Außerdem: Vom schwarzen Montag, schwarzen Katzen und Jim Schwartz.

Autor:
Walter Reiterer (@footballaustria)

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Dallas ohne Romo noch immer Dallas

Das zweiten Entscheidungsspiel fand in Arlington statt. Die Dallas Cowboys und Philadelphia Eagles spielten um den Titel in der NFC East. Auch keine Division, die sich heuer mit arg viel Ruhm bekleckerte. Die Giants spielten langzeitig, die Redskins sogar durchgehend unterirdisch. Philadelphia hat sich mit Chip Kelly einen amüsanten, manchmal auch aberwitzigen College Coach geangelt, der mit Nick Foles wohl eher zufällig den Mann der Zukunft entdeckt hat, als Michael Vick einmal mehr zu Boden ging. Bei Dallas hing alles an Tony Romo und seinen Go2Guys Bryant, Witten und Murray, nachdem Monte Kiffin die Defense ans statistische Ende der Liga reformierte. Romo sah das Spiel aber nur mehr vom Krankenbett aus, denn ein Bandscheibenvorfall beim Sieg über Washington in der Vorwoche erzwang eine Operation. So startete Kyle Orton für die Cowboys. Der Mann einst dadurch traurige Berühmtheit als Starter in Denver erlangte, als das ganze Mile High Stadion nach Tim Tebow rief (und schließlich auch bekam), danach er sein Bankdasein in Dallas antrat.

Orton machte seine Sache zunächst aber ganz ordentlich. Eine Interception, die nicht seine alleinige Schuld war, ein Touchdown auf Gavin Escobar, einige Drives endeten zumindest mit Fieldgoals, man ging zwar nie in Führung, aber blieb knapp an den Eagles dran. Nach dem zweiten Touchdown von Orton auf Dez Bryant ging das Spiel bei 24:22 für Philly in die Entscheidungsphase. Da hielt die gescholtene Defense der Cowboys dann und die Chance zum Sieg lag in Ortons Händen. Was dann passierte, das war wohl der Cowboys-Klassiker schlechthin. Ortons zweite Interception brachte den Eagles den Divisionstitel und den Cowboys das vierte Ausscheiden vor den Playoffs in Folge. Ich behaupte: An dem Tag, mit der Defense als Unterstützung, hätten die Cowboys das Spiel mit Romo Under Center wohl gewonnen.

Armes Arizona und Panthers Power

Wie fast jedes Jahr, erreicht ein Team mit einem starken Record nicht das Playoff. Die unglückliche Franchise heuer ist Arizona, das mit 10-6 nur Zuschauer bei den NFC Playoffs ist, während Philadelphia mit 10-6 und Green Bay mit 8-7-1 dabei sind. Das System ist das verdammte System, das die vier Divisionssieger und die zwei besten Teams ohne Divisionstitel im Playoff sieht und eben nicht die sechs Teams mit den besten Records.

Im Vorjahr hatte ich Carolina vor der Saison noch ins Playoff fantasiert, wie immer war ich meiner Zeit voraus. Durchaus überraschend ist aber, dass die Panthers nicht nur New Orleans in der Division auf Platz 2 verdrängen konnten, sondern als Nummer 2 in den NFC Playoffs sich eine Bye Week sichern konnten. Verantwortlich dafür ist zum einen die bissigstes Front 7 der Liga, Teil der gesamt zweitbesten Defense der Liga, zum anderen der unter Head Coach Ron Rivera herangereifte Cam Newton, welcher sich auf direktem Weg zu einer Institution auf der Quarterback-Position befindet. Haben auch nicht alle geglaubt.