ENDZONE: Double Check gefällig?

Green Bay fumbelte sich ins NFL-Playoff, während Dallas auch ohne Romo seiner Linie treu blieb. Außerdem: Vom schwarzen Montag, schwarzen Katzen und Jim Schwartz.

Autor:
Walter Reiterer (@footballaustria)

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Chicagos Werk und Green Bays Beitrag

Die NFC North war im gesamten Saisonverlauf die wohl merkwürdigste Division aller acht. Ups and Downs bei allen Teams, dann schien kurz mal Detroit willig zu sein, sich den Titel zu krallen (wenn ihn sonst niemand will?), stürzte dann aber unvermittelt komplett ab und Chicago hatte plötzlich die Chance, den Sack zuzumachen. Green Bay, vor der Saison eigentlich der leichte Favorit, war nach dem Ausfall von Aaron Rodgers nur mehr ein Käsegespenst. Der Quarterback brach sich am 4. November, im ersten Spiel gegen Chicago, das Schlüsselbein, die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr verflüchtigte sich schnell. Die Packers gewannen im November kein einziges Spiel mehr ohne Rodgers, darunter waren Gegner wie die Giants oder die Vikings. Erst im Dezember klappte es dann mit Siegen wieder - gegen Dallas und Atlanta, um jeweils einen Punkt. Viel Zeit also für die Bears, sich der Lions und Packers zu entledigen. Stattdessen legten sie, ebenfalls zwischenzeitig ohne Starting Quarterback unterwegs, ebenfalls einen Bauchfleck nach dem anderen hin. Detroit, St. Louis, Minnesota, bis hin zur völligen Häutung (dann schon wieder mit Cutler als QB) gegen Philadelphia, das 54 Punkte gegen die einst so stolze Bears Defense aufs Scoreboard brachte.

Alles in allem eine Einladung an Green Bay, sich in der letzten Woche am Soldier Field doch einem Entscheidungsspiel, in der Rivalry der NFL schlechthin zu stellen. Rodgers feierte dabei sein Comeback, auch der fußmarode Randall Cobb tat dies und es sollte ein denkwürdiger Abend werden. Für alle Beteiligten.

Der Ball lebt, Freunde!

Bezeichnend für die Gesamtsituation und Grundstimmung war ein Fumble von Rodgers im Spiel, den fälschlicher Weise (fast) alle am Feld für einen Incomplete Pass hielten. Nicht so Rodgers, der wusste, dass der Ball flog, weil Peppers hinten drauf pfefferte und nicht weil er selbst warf. Jarrett Boykin hob den freien Ball auf und blieb, wie alle anderen, zunächst stehen. Rodgers lief auf ihn zu, erklärte ihm das offensichtlich nicht Offensichtliche und Boykin lief - dann schon brav blitzartig - in die Endzone, während die Bären noch ihren Winterschlaf hielten. Touchdown Green Bay. Wohl eine der kuriosesten Szenen der NFL-Geschichte überhaupt.

Chicago blieb jedoch cool, erwachte, holte sich nach mehreren Führungswechsel im vierten Viertel die Führung erneut zurück und Green Bay stand mit dem Rücken zur Wand. Zwei 4thDowns spielten die Packers schon aus, als sie Midfield beim dritten vierten Versuch und acht Yards standen. Da wurde dann nicht mehr gekleckert. Rodgers und der Rückkehrer im Bunde, Randall Cobb, legten zu den fehlenden acht nochmal 40 bis zur Endzone der Bears zum 33:28 drauf, was dann auch der Endstand war. Die Versuche der Bears mit einer Hail Mary nochmal zum Erfolg zu kommen, endeten mit einer Interception.

Die Packers, die vor einigen Wochen wohl selbst nicht mehr mit einem Playoff-Einzug rechneten, gewannen damit zum dritten Mal in Serie ihre Division. Die Bears wirkten konsterniert und ratlos. Die Division lag vor ihnen bereit zur Abholung und dann kam das alles auf sie zu. Die NFL kann manchmal so grausam sein.