Es folgt der zweite Teil der Vorschau auf die NFL-Saison von Thomas Psaier und alles dreht sich um die NFC, deren Teams ja erst ab Sonntag im Einsatz sind.

Verfasst am 06.09.2013 um 17:33
von Thomas Psaier

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NFC South Vorschau

Die spektakulärste aller Divisionen. Alle vier Teams gehören zu den besten Mannschaften in der NFL, und es ist keinesfalls ausgeschlossen, dass alle zumindest acht Saisonsiege einfahren.

Die unsicherste Kiste sind dabei ausgerechnet die Atlanta Falcons, letztes Jahr mit 13-3 Siegen NFC-Topteam und vier Yards von der Superbowl entfernt. Die Mannschaft wurde in der Offense zwar in RB Steven Jackson mit haargenau dem richtigen Spieler verstärkt, aber die Art und Weise, wie Atlanta sich durch die Saison lavieren muss, ist riskant: Passspiel über QB Matt Ryan, WR Roddy White, WR Julio Jones und TE Tony Gonzalez: Alles super Jungs, aber wenn einer mal ausfällt, bricht das System auseinander. Es gibt keine Offense, die abhängiger von ihren Ballfängern ist, als jene in Atlanta. Und weil die Offense Line längst nicht die stabilste ist, gibt es ausreichend Sorgenfalten. Die Defense lebte zuletzt von ihren Qualitäten als bend but don’t break-Abwehr: Sie kassierte viele Yards, hielt aber in der RedZone halbwegs dicht. Das ist nicht das stabilste Erfolgsrezept, und nun brach mit DE John Abraham der beste Passrusher weg. In der Secondary müssen zwei Rookies neben CB Asante Samuel antreten - man sieht mich zweifelnd, ob DefCoord Mike Nolan das irgendwie mit „Scheming“ lösen kann…

Nächster Kandidat: Die New Orleans Saints. 2011 die vielleicht beste Mannschaft der NFL, 2012 auf 7-9 abgeschmiert. Viele sahen in der Suspendierung von Headcoach Sean Payton den Hauptgrund, aber in Wahrheit war es die unter Verletzungen, und schlechtem Spieler und Trainerpersonal kollabierte Defense, die schlechteste Pass-Defense aller Zeiten. In DefCoord Rob Ryan kommt ein ebenso durchgeknallter wie risikobereiter Neuzugang um die Entwicklung der Abwehr zu überschauen. Wichtigste neue Spielerpersonalien sind Rookie-Safety Kenny Vaccaro und CB Keenan Lewis. Kriegt Ryan die Defense auf wenigstens „unterdurchschnittlich“ gebacken, ist New Orleans absoluter Playoffkandidat, denn die gewaltige Offense um QB Drew Brees wird wie schon immer viele Punkte vorlegen.

Die Carolina Panthers schlossen zuletzt ebenso mit 7-9 ab, und waren damit eindeutig unter Wert geschlagen. Hätte Head Coach Ron Rivera etwas mehr Mut in der Crunch-Time bewiesen, die Panthers hätten mit Pauken und Trompeten in die Playoffs einziehen können. Und das trotz einer Defense voller Schwachstellen. Einige davon wurden mittlerweile behoben: Rookie-DT Star Lotulelei ist vielleicht der wichtigste Neuzugang ligaweit, weil er das klaffende Loch in der Mitte der Defensive Line stopfen hilft. Seine Flankenmänner sind DE Charles Johnson und DE Greg Hardy, die letztes Jahr zusammen 23.5 Sacks produzierten - ohne Unterstützung von innen. Dahinter tackelt mit ILB Luke Kuechly der amtierende Rookie des Jahres alles aus dem Weg. Einzig die Secondary benötigt Hilfe.

Die Panthers-Offense ist um QB Cam Newton gebaut, der vielen unsympathisch ist, der aber zwei großartige Jahre zum NFL-Einstand hatte. Newton und seine Runningback-Kollegen tragen Sorge für ein spektakuläres Laufspiel, und für die Würfe downfield steht in WR Steve Smith einer der besten NFL-Spieler unserer Generation bereit. Wie lange Smith noch hält, wird sich zeigen müssen, aber die Panthers bekamen in der letzten beiden Jahren schon qua Spielzugdesign mehr Wide Receiver freigespielt als es das Level an Talent eigentlich erlaubt hätte.

Der Geheimfavorit aber ist der Vierte im Bunde, die Tampa Bay Buccaneers, die *pling* auch 7-9 waren. Die Buccs waren minimum ebenso konkurrenzfähig wie Saints, Panthers und Falcons, aber sie hatten ähnlich wie Carolina viel Pech in engen Spielen - und sie hatten die zweitschlechteste Passverteidigung nach New Orleans. Und sie verstärkten diese besser als die Saints, denn sie kauften in CB Darrelle Revis den besten Deckungsspieler der letzten 15 Jahre ein. Gemeinsam mit einer überragenden Defensive Line um DT Gerald McCoy und einer erstklassigen Lauf-Verteidigung machte Tampa genau die richtigen Moves, um ihre Defense massiv zu verbessern.

Richten muss es die Offense. Die wird von QB Josh Freeman angeführt, und der ist ein etwas instabiler Mann. Letztes Jahr kollabierte Tampa, als Freeman kollabierte. Die positiven Vorzeichen diesmal: In OG Carl Nicks und OG Davin Josephs ind die beiden wichtigsten Vorblocker wieder fit; beide fehlten letztes Jahr über weite Strecken bzw. die komplette Saison. Headcoach Greg Schianos Idee von Offense ist: Power-Laufspiel über RB Doug Martin, tiefe Bälle downfield für die WRs Vincent Jackson und Mike Williams. Dafür ist die starke Offense Line wichtig. Und natürlich Freeman.

Tipp:
#1 Tampa Bay Buccaneers
#2 Carolina Panthers
#3 New Orleans Saints
#4 Atlanta Falcons

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