Es folgt der zweite Teil der Vorschau auf die NFL-Saison von Thomas Psaier und alles dreht sich um die NFC, deren Teams ja erst ab Sonntag im Einsatz sind.

Verfasst am 06.09.2013 um 17:33
von Thomas Psaier

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NFC East Vorschau

Nach der AFC-Vorschau nun die NFC, der man sportlich als Gesamtpaket in diesem Jahr mehr zutrauen kann: Breitere Spitze, breitere Oberschicht, kaum Graupenteams. Die NFC ist ferner Heimat der meisten starken, jungen Quarterbacks sowie der aktuell stabilsten Trainerstäbe.

Und so kommt es, dass die jahrelang als exzellent besetzt East-Division mittlerweile nur noch als mittelprächtig besetzte Staffel gesehen wird. Letztes Jahr schnappten sich die Washington Redskins den Gruppensieg unter der Führung des einzigartigen Rookie-QB Robert Griffin III, aber die Saison endete jäh und im Schrecken: Die Playoff-Heimniederlage gegen Seattle war weniger das Problem, sondern die beklemmenden Bilder eines vom eigenen Trainerstab verheizten RG3. Diagnose: Kreuzbandriss. RG3 soll nun wieder einsatzbereit sein, aber es bleiben Zweifel ob der Halbwertszeit vom Franchise-QB. Die Offense ist trotzdem das kleinere Fragezeichen als die Defense, wo zwar mit OLB Brian Orakpo der wichtigste Passrusher nach schwerer Verletzung wieder zurückkehrt, aber die eklatanten Schwachstellen in der Secondary bleiben. Man darf getrost skeptisch sein, was die Redskins-Aussichten angeht.

Erster Anwärter auf die Thronfolge ist der Vorgänger, die New York Giants, Superbowl-Champ von 2011/12. Die spielten letztes Jahr die gewohnt unrunde Saison und verpassten zu allem Überfluss die Playoffs. Trotzdem ist noch viel Material da: QB Eli Manning führt weiterhin einen potenziell potenten Angriff um das starke WR-Trio Hakeem Nicks, Rueben Randle und Victor Cruz an, die Offense Line wurde in Form eines OG Pugh verstärkt, und gute Tight Ends findet Head Coach Tom Coughlin sowieso auch auf dem Schrottplatz in Flushing Meadows, wenn’s sein muss. Die Defense lebt von einer wuchtigen und tief besetzten Defense Line, wo allerdings der alle überragende DE Jason Pierre-Paul langwierige Rückenprobleme bekämpft. Fragezeichen gibt es in der Secondary, und deswegen könnte man die offene Frage nach dem Divisionssieger auch mit…

…den Dallas Cowboys beantworten. Dort ist weniger das Spielermaterial suspekt, sondern die generelle Führung der Franchise. Owner Jerry Jones trägt notfalls die Kartoffeln für seine VIP-Gäste in die Küche, aber er ist eine Fehlbesetzung als GM. Dieses Jahr holte er in OffCoord Bill Callahan und dem Methusalem DefCoord Monte Kiffin Assistenten in den Trainerstab, die vor zehn Jahren aufhörten, die Footballentwicklung weiterzumachen. Fragezeichen in der Secondary beschäftigen den Game-Plan der Defense. Im Angriff passt soweit zwar alles, aber auf Guard gibt es zwei Sollbruchstellen. Und: Wenn das nicht unheikle Auftaktprogramm vergeigt wird, geht das Theater um QB Tony Romo und den angesägten Headcoach Jason Garrett wieder los.

Die spektakulärste Franchise ist dieses Jahr aber in der Stadt der brüderlichen Liebe beheimatet: Gestatten, die Philadelphia Eagles mit ihrem hymnisch besungenen neuen Head Coach Chip Kelly. Kelly ist natürlich keine sichere Tüte, aber die Vorzeichen auf Fortschritt stehen gut: Die Eagles können nach dem üblen Kollaps von 2012 nicht tiefer sinken, und sie werden auf keinen Fall noch mehr Turnovers fabrizieren. Die Offense sieht in Rookie-RT Lane Johnson und den rekonvaleszenten C Jason Kelce und LT Jason Peters drei immens wichtige „Neuzugänge“, die die Basis für Kellys sagenhafte Offense bilden. Da kann QB Michael Vick nicht mehr anders als zumindest akzeptabel aufzutreten. Große Sorgen macht allerdings die auf 3-4 umgestellte Defense, die in der Preseason horrend gegen den Lauf aussah.

Tipp:
#1 New York Giants
#2 Washington Redskins
#3 Philadelphia Eagles
#4 Dallas Cowboys

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