Der Countdown zur NFL-Saison läuft langsam ab. Teil 1 der Vorschau auf die NFL-Saison mit der sportlich einfacheren Conference in diesem Jahr, der AFC.

Verfasst am 04.09.2013 um 13:22
von Thomas Psaier

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AFC West Vorschau

Die AFC West ist Heimat des größten AFC-Favoriten, und des größten AFC-Außenseiters. Letzterer kommt aus Oakland, wo die Raiders mitten im Komplettumbruch stehen. GM Reggie McKenzie, der aussieht als würde er um drei Uhr nachts die Einlasskontrolle vor Stripclubs durchführen, sanierte die Altlasten des mittlerweile verstorbenen Owners Al Davis mit harter Hand. Folge: Die Oakland Raiders besitzen diesmal einen fast talentlosen Kader, aber sie werden im nächsten Jahr genügend Ressourcen besitzen, um den Neuaufbau zu beginnen. So notwendig McKenzies Wirken war, so sehr kastriert es die Raiders in diesem Herbst: QB ist Terrelle Pryor, ein ehemaliger College-Superstar, dem niemand eine gute NFL-Karriere prophezeiht, und in RB Darren McFadden ist der bekannteste und beste Offensivspieler ein wandelndes Verletzungsproblem. Die Raiders werden mit drei, vier Saisonsiegen glücklich sein, und müssen hoffen, dass dies für den Top-Draftpick 2014 „reicht“.

Das Gegenstück dazu sind die Denver Broncos, letztes Jahr mit 13-3 Bilanz in der Regular Season und als Topfavorit sensationell in den Playoffs gescheitert. Das rief die alten Geister des QBs Peyton Manning, dessen Playoff-Historie glücklicher sein könnte. Solange Manning aber die Broncos anführt, ist damit zu rechnen, dass Denver Punkte vorlegen wird. In WR Wes Welker bekam er den noch fehlenden Slot-WR für die Kurzpässe, und noch besser: Er bekam ihn vom großen AFC-Konkurrenten New England.

Die Fragezeichen in Denver beschränken sich somit auf die Defense, wo erst DE Elvis Dumervil in einem bizarren „Faxgate“-Vorfall ziehen gelassen werden musste, und dann der überragende OLB Von Miller wegen Drogenproblemen für die ersten sechs Saisonspiele aus dem Verkehr gezogen wurde. Damit wird der Broncos-Passrush erstmal gehemmt sein. Weil der Spielplan aber machbar ist und die Mannschaft ab Saisonmitte wieder relativ komplett sein sollte, dürfte das nicht allzu schwer ins Gewicht fallen. Das Ziel ist eh nicht der Divisionsieg, sondern die Super Bowl.

Die Kansas City Chiefs dürften Denver zwar nicht ganz das Wasser reichen können, stellen einen potenziellen Playoff-Kandidaten dieses Jahr: Die beiden extremsten Schwachstellen wurden in der Offseason beseitigt: Head Coach Crennel durch Andy Reid ausgetauscht, Quarterback Quinn gegen Alex Smith. Nun ist Smith längst kein überzeugender Mann, aber Smith gibt Kansas City zumindest die Möglichkeit, ein Passspiel aufzuziehen, das seinen Namen verdient. Wie viel besser ein Team werden kann, das den schlechtesten Quarterback der Liga durch einen durchschnittlichen ersetzt, zeigte Indianapolis letztes Jahr. Und die Chiefs 2013 sind deutlich besser aufgestellt als die Colts letztes Jahr: RB Jamaal Charles und WR Dwayne Bowe gehören zur Liga-Elite, in der Defense gibt es einen monströsen Linebacker-Corp und eine relativ gute Secondary. Das Turnover-Pech von letztem Jahr sollte sich nicht wiederholen: Durchaus nicht ausgeschlossen, dass die Chiefs es durch die Hintertür in die Playoffs schaffen. Einen einfacheren Weg als z.B. Baltimore haben sie allemal.

Und San Diego? Die Chargers stellen momentan einen etwas uninspirierenden Laden. Die sportliche Leitung wurde samt und sonders ausgetauscht, aber am Kader wurde nur zögerlich gebastelt. QB ist in Philip Rivers ein ehemaliger Superstar mit zuletzt absteigender Tendenz. Wichtige Spieler wie WR Danario Alexander oder OLB Melvin Ingram fallen für die Saison verletzt aus. Es riecht irgendwie nach einer Saison „nicht Fisch, nicht Fleisch“.

Tipp:
#1 Denver Broncos
#2 Kansas City Chiefs
#3 San Diego Chargers
#4 Oakland Raiders

» Hier gibt es die Vorschau auf die NFC

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