Der Countdown zur NFL-Saison läuft langsam ab. Teil 1 der Vorschau auf die NFL-Saison mit der sportlich einfacheren Conference in diesem Jahr, der AFC.

Verfasst am 04.09.2013 um 13:22
von Thomas Psaier

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AFC North Vorschau

Die AFC North ist Heimat des aktuellen Superbowl-Champs, den Baltimore Ravens. Die liefen letztes Jahr in den Playoffs heiß und staubten überraschend die Lombardi Trophy ab. Trotzdem erwartet dieses Mal eigentlich niemand weitere Wunderdinge der Mannschaft von John Harbaugh. Das mag dran liegen, dass QB Joe Flacco noch eine Unbekannte stellt: Ist der „wahre Flacco“ jener aus den Playoffs, oder jener mittelmäßige Mann, den wir 2008 bis Ende 2012 bestaunen durften? Zu zweiten musste die Mannschaft komplett umgebaut werden, weil sie das Ende eines Zyklus erreicht hatte. Alte Helden wie LB Ray Lewis oder FS Ed Reed verließen den Verein, dafür kam Frischblut von außen oder durch den Draft. Die größten Sorgen bereitet aber nichtmal die Defense, sondern der Angriff: In der Offense Line sind beide Tackle-Positionen ein ernsthaftes Fragezeichen, und vor allem: Die Gruppe der Ballfänger ist nach dem Abgang von WR Anquan Boldin und der schwerer Verletzung von TE Dennis Pitta eine der schlechtesten der Liga.

Deshalb könnte die Stunde des hässlichen Entleins schlagen: Die Cincinnati Bengals erreichten schon in den letzten beiden Jahren still und leise die Playoffs, scheiterten dort aber jedes Mal schnell. Die Kritik fokussierte sich vor allem auf den jungen QB Andy Dalton, der zu wenig Last schultern kann. Deshalb wurden in der Offseason in RB Giovani Bernard und TE Tyler Eifert zwei wichtige Ergänzungsspieler für einen Angriff geholt, der bis dato quasi allein aus dem fantastischen WR A.J. Green bestanden hatte. Weil eine von Head Coach Marvin Lewis und DefCoord Mike Zimmer beaufsichtigte Defense nie eine schlechte Defense ist, und in DT Geno Atkins sogar einen der landesweit gefürchtetsten Passrusher beherbergt, gehen die Bengals durchaus als pisionsfavorit ins Rennen.

Ein großer Name geht diesmal als möglicherweise übersehener Außenseiter ins Rennen: Die Pittsburgh Steelers. Dort machte sich zuletzt sowas wie Endzeitstimmung bemerkbar, aber solange QB Ben Roethlisberger, DefCoord Dick LeBeau und Head Coach Mike Tomlin die Franchise anführen, ist mit Pittsburgh zu rechnen. Pluspunkte diesmal: Roethlisberger bekommt die beste Offense Line, die er je hatte, und in der Defense sind mittlerweile hinreichend Jungstars eingelernt, sodass ein Kollaps ausgeschlossen scheint.

Das Mauerblümchen sind die Cleveland Browns, die mal wieder mit komplett neuem Front-Office und Trainerstab in die Saison gehen. Die Coaches sind allesamt große Namen (HC Rob Chudzinski, OffCoord Norv Turner, DefCoord Ray Horton), aber ausgerechnet die wichtigste Spielerpersonalie ist ein massives Fragezeichen: QB Brandon Weeden. Der geht ins zweite Jahr und sah als Rookie bestenfalls durchschnittlich aus. Weeden steht nichtmal auf dem Prüfstand: Er ist fast schon abgesägt, vom eigenen General Manager Mike Lombardi verachtet.

Tipp:
#1 Cincinnati Bengals
#2 Pittsburgh Steelers
#3 Baltimore Ravens
#4 Cleveland Browns

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